Der Maler Siegerl war Fotograf und Schmied

Ältestes Mitglied im SPD-Ortsverein Arnbruck geehrt

ehrung weber siegfried 2018

Arnbruck. „Des muaß fei ned extra sei“ waren die bescheidenen Worte von Siegfried Weber (89), als sich der SPD-Vorsitzende Robert Trum und sein Vorgänger Edi Reith zu einem Besuch ankündigten, um ihrem ältesten Mitglied zu seiner 40 jährigen Mitgliedschaft in der Arnbrucker SPD zu gratulieren. Aus einem Kurzbesuch wurde ein unterhaltsamer Ausflug in die Geschichte von Arnbruck, denn der „Maler Siegerl“, wie er allseits bekannt ist, wusste so einige Anekdoten zu erzählen.

Eigentlich war er gelernter Schmied, sein Lehrmeister war der Fischerschmied, besser bekannt als der „König des Zellertals“. Im Laufe der Jahre zog ihn jedoch die Fotografie immer mehr in den Bann, und so kam es, dass er auch eine Gesellenprüfung als Fotograf ablegte. Er wusste zu erzählen, dass er als eines von zehn Fotos eine Sportaufnahme machen musste, und dabei einen damals berühmten Torwart ablichtete, an dessen Name er sich aber nicht mehr erinnere. Er war lange Jahre als angesehener Fotograf selbständig und hatte sein eigenes Geschäft in der Kirchenstraße. Eines seiner Highlights war es, Urlaubsfilme innerhalb von 24 Stunden zu entwickeln. Urlaubsgäste konnten ihre Fotos somit gleich vom Urlaub mit nach Hause nehmen. „Das war damals eine kleine Sensation“, so Weber. Er liebte die Fotografie, aber auch das Leben, und so kam es auch schon mal vor, dass er keinen Film im Apparat hatte, und so ein Fotoshooting nachgestellt werden musste.

Woher nun eigentlich der Name „Maler Siegerl“ kommt, wollte Edi Reith wissen. „Ganz einfach“, so Weber, „mein Vater war von Beruf Maler, dann war ich natürlich der Maler Siegerl“.

Eines seiner größten Hobbys ist bis heute die Fliegerei mit Modellflugzeugen. Bis vor kurzem waren seine Modelle noch in der Lüfte, momentan ist er jedoch gesundheitlich ein wenig beeinträchtigt. Trotz allem versorgt er sich in seinem kleinen Anwesen größtenteils selbst und zeigt sich mit sich und seinem Leben zufrieden.

Als kleine Aufmerksamkeit für seine 40 jährige Mitgliedschaft überreichte ihm Robert Trum ein graviertes Trinkglas und einen schmackhaften Brotzeitteller, worüber sich der Geehrte sehr freute.