Arnbrucker SPD/Parteifreie Bürger nominieren ihre Kandidaten

nominierungsversammlung 2025

Arnbruck.Einen Querschnitt aus der Bevölkerung präsentiert die Liste mit Kandidaten im Alter von 28 bis 70 Jahren, die in ihren Berufen ihre Frau und ihren Mann stehen, viele sind ehrenamtlich in Vereinen aktiv. Einige der Kandidaten stellen sogar als Vorsitzender ihr Engagement für die Allgemeinheit unter Beweis. Die Kandidaten hoffen, dass sie gemeinsam bei der Kommunalwahl am 8. März nächsten Jahres ein gutes Ergebnis erreichen werden. Von der Versammlung wurden die Bewerberinnen und Bewerber einstimmig nominiert.

Als Bürgermeisterkandidat kann kein Bewerber nominiert werden, da die geeigneten Kandidaten bei ihrer derzeitigen Lebensplanung andere Prioritäten setzen. Außerdem sehen sie in den nächsten Jahren wegen der zu erwarteten Schuldenbelastung von fast 9 Millionen wenig Gestaltungspotential.


Vorsitzender Robert Trum begrüßte bei der Nominierungsversammlung als Vertreter des SPD-Unterbezirks Regen den stellvertretenden Landrat und Teisnacher Bürgermeister Daniel Graßl, den stellvertretenden Landrat und Arnbrucker Altbürgermeister Hermann Brandl, 2. Bürgermeister Konrad Weiß, 3. Bürgermeister Andreas Menacher, die SPD-Mitglieder und die Bewerberinnen und Bewerber der parteifreien Bürger für die Kommunalwahl.

In einem kurzen Abriss blickten die Gemeinderäte auf die letzten fünfeinhalb Jahre Gemeinderatsarbeit zurück. Die Entscheidungen haben sich die amtierenden Gemeinderäte nicht leicht gemacht. Teilweise war es ein hartes Ringen, besonders um die „Geigermühle“. Aber die Entscheidungen wurden nach Prüfung aller vorgelegten Daten mit bestem Gewissen und ohne Parteizwang getroffen.

Einig sind sie sich, dass die nächsten Jahre ein harter Sparkurs eingeschlagen werden muss, wie von Andreas Menacher gefordert. Allerorten wird über verspätete Auszahlung zugesagter Zuschüsse geklagt, die dann von den Kommunen vorfinanziert werden müssen, auch die Gemeinde Arnbruck wartet seit Jahren auf zugesagtes Geld vom Freistaat Bayern. Vorrangig sollte man sich auf die Erfüllung der Pflichtaufgaben konzentrieren und genau abwägen, ob man nicht notwendige Ausgaben nur wegen verlockend klingender Förderquoten tätigen sollte.

Konrad Weiß, der von der JU auf die Liste SPD/Parteifreie Bürger gewechselt war, „weil er hier seine Meinung ohne Parteizwang vertreten kann“, fühle sich hier sehr wohl. „Nicht nur in die vorgegebene Richtung zu schauen, sondern auch links und rechts und so die eigene Entscheidungen zu treffen seien ihm wichtig“. Durch kluge und weitsichtige Finanzplanung konnte der Schuldenstand vor 2020 auf 1,5 Millionen gesenkt werden. Auch wegen dem Rathausneubau in der Ortsmitte wird die Verschuldung bis 2026 auf fast 9 Millionen Euro steigen. Das bedeutet, dass man bei der Pro-Kopf Verschuldung bayernweit spitze sein wird. In dieser prekären Finanzsituation wird man sich befinden, ohne dass ausreichend Investitionen in Bau- und Gewerbeflächen getätigt wurden, die aber dringend notwendig sind. Die letzten Bauflächen für eine Wohnbebauung wurden noch vom vorigen Gemeinderat gekauft, aber erst dieses Jahr fertig erschlossen. Wenn dann noch eine Hallenbadsanierung ansteht, grüßt das Beispiel Salzweg. (War in der PNP zu verfolgen.) „Es werden spannende und harte Zeiten“ so sein Fazit.

Das treibt auch Altbürgermeister und stellvertretenden Landrat Hermann Brandl um. Die Technik des Hallenbades zu sanieren geht nur in einem Stück, so die Aussage von Fachleuten. Die anstehenden Pflichtaufgaben sind aber vordringlich vor „freiwilligen Leistungen“, wie man am Beispiel des Landkreises sieht. Dieser hat sich ein rigoroses Sparprogramm auferlegt, denn es warten gewaltige Pflichtaufgaben, wie etwa die Schulen (Berufs- und Fachoberschule, Realschule Zwiesel), die Krankenhäuser und ein Landesleistungszentrum mit Eishalle. Mit dem Mehrbedarf an Mitteln des Landkreises steigt auch möglicherweise die Kreisumlage weiter, was den Geldbeutel der Gemeinden und Städte weiter schmälert.

Vorsitzender Robert Trum gab zu bedenken, dass alle Gemeinderäte der SPD ihre Arbeit sehr ernst genommen haben. „Wir stimmen nicht leichtgläubig zu, blockieren aber auch nichts, nur um demonstrativ dagegen zu sein.“ Jeder hat seine Entscheidungen nach seiner überzeugten Meinung getroffen.

Dem Wahlvorschlag SPD/Parteifreie Bürger, der von der Nominierungsversammlung einstimmig angenommen wurde, gehören fünf SPD Mitglieder und neun parteifreie Bürger an und wird von Robert Trum und Konrad Weiß eingereicht.

Die Kandidaten nach ihren Plätzen auf dem Wahlvorschlag.
1. Andreas Menacher, 2. Stefan Neppl, 3. Konrad Weiß, 4. Karl Brandl, 5. Barbara Brandl, 6. Thomas Grotz, 7. Simon Muhr, 8. Sonja Pfeffer, 9. Matthias Vogl, 10. Alexander Offermanns, 11. Nicole Freimuth, 12. Andreas Janich, 13. Ingo Wuttke und der Fraktionssprecher Robert Trum als Anschieber auf dem 14. Platz, der es Altbürgermeister Hermann Brandl bei der Wahl 2020 gleich machen und vom letzten Platz den Sprung in den Gemeinderat zum 6. Mal schaffen will.

Als Ersatzkandidaten stehen Hans-Jürgen Reith und Josef Mühlbauer zur Verfügung.